Klimaschutz ist mir sehr wichtig. Doch im Alltag ist es nicht immer einfach, klimafreundliche Entscheidungen zu fällen.
An dieser Stelle möchte ich Denkanstöße geben, wenn mir etwas auffällt.
Und ja es kann sein, dass es sich auch mal widerspricht, das dokumentiert die Lernprozesse, durch die das Thema Klimaschutz auch bei mir geht.

Aussagen, die mich bei der Klimadiskussion ärgern.

Wenn ein hochrangiger Vertreter des PIK im heute journal auf die Frage „Was können wir Verbraucher für das Klima tun?“, antwortet, „Weniger Fleisch essen.“

Warum?

Allein der Flug Berlin – London und zurück verursacht mehr CO2, als der durchschnittliche jährlicher Fleischkonsum eines Bundesbürgers (2008). Wir können durch unsere Essen schlicht nicht so viele Emissionen verursachen, wie beispielsweise durch unser Reiseverhalten. Hinzu kommt, alle tierischen Lebensmittel haben eine relativ ungünstige Emissionsbilanz, also auch Butter, Käse und Milch. Der Rat ist vielleicht nett gemeint, aber sehr unsinnig und verursacht maximal ein schlechtes Gewissen, das nicht zielführend ist, weil es die Menschen nicht ins intelligente Handeln bringt.

Volkswirtschaftlich mag die Fleischproduktion in der Emissionsbilanz von Deutschland eine Rolle spielen. Dann wäre der Adressat dieses Aufrufs die Politik, die sich für eine andere Produktionsweise stark machen müssten. Das würde viele Probleme in der Tierhaltung mit lösen, was sehr begrüßenswert wäre.

In der privaten Emissionsbilanz, um die es bei der Frage ging, spielt der Fleischkonsum, gerade bei gut verdienenden Menschen, die auf eine gesunde Ernährung achten, eine sehr untergeordnete Rolle. Ihre Emissionsschwerpunkte liegen eher beim Reiseverhalten, der Geldanlage oder dem energetischen Sanierungsbedarfs ihres Wohnraums.

Diese Antwort macht vielmehr deutlich, dass auch hochgebildete Menschen, die sich intensiv mit dem Klimawandel beschäftigen, offenbar kein Gefühl für ihre eigenen Emissionen haben. Entweder haben sie die Datenlagen bei solchen Aussagen vergessen oder sie haben sie sich noch nie bewusst gemacht. Aber wer, wenn nicht sie, ist dann in der Lage, den Menschen diese Informationen geben?

Wir sollten das ändern, damit wir intelligente Lösungen im privaten Bereich finden und umsetzten. Herzlich willkommen auf dem Klimasofa.

25.04.2019

Wenn Klimaschutz so wichtig ist, warum tun wir dann so wenig dafür?
Zweiter, kürzere Versuch der Erklärung.

Wir sind einseits zu ungeübt darin, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten, weil wir sie bislang als unerschöpflich erlebt haben. Und nun können wir uns schlicht nicht vorstellen, wie groß die Probleme sind, denen wir gegenüber stehen.

Uns ist meist gar nicht bekannt, wie wirkungsvoll und zerstörerisch wir täglich unterwegs sind. Das fängt bei den Reinigungsmitteln an und hört bei der Reiseplanung oder den Geldanlagemöglichkeiten nicht auf.

Und wir tun kollektiv so, als wären wir nicht dafür verantwortlich.

Dass sollten wir schnellstens ändern.

21.04.2019

Wenn Klimaschutz so wichtig ist, warum tun wir dann so wenig dafür?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, weil es viele Antworten dafür gibt. Hier kommt eine Antwort aus den Sozialwissenschaften, die mir sehr plausibel erscheint.

Der Statistiker Kahneman hat sich mit der Frage beschäftigt, wie wir uns behelfen, wenn wir für eine Entscheidung zu wenige Daten haben. Die Antwort ist plausibel, wir behelfen uns mit Faustregeln, sogenannten Entscheidungsheuristiken.

Eine Form davon sind Verfügbarkeitsheuristiken. Diese beruhen darauf, dass in unsere Entscheidungsfindung nur solche Informationen einbezogen werden, die wir uns angeeignet bzw. die wir persönliche erfahren haben, sprich auf die wir aktiv, mit wenig Aufwand zurück greifen können.

Somit ist die Frage leicht beantwortet, je weniger wir vom Klimawandel wissen und was wir damit zu tun haben, umso weniger wird dieser bei unserer Entscheidungsfindung eine Rolle spielen.

Was wissen Sie vom Klimawandel? Wann haben Sie sich je mit Ihrem persönlichen CO2 Fußabdruck beschäftigt? Wer bietet dazu verlässliche, gut verständliche Informationen an? Wie oft haben Sie sich bisher über dieses Thema mit anderen ausgetauscht? Wie gut kann dann also ihre Entscheidungsfindung in diesem Bereich sein?

Solange wir also nicht damit anfangen, uns über den privaten Klimaschutz schlau zu machen, so lange werden wir gut im backen, grillen oder Auto fahren sein, aber eben nicht im Klimaschutz. Und schon gar nicht im privaten Bereich. So werden wir kein Lösungen für die Probleme finden, für die unsere Kinder derzeit freitags demonstrieren gehen. Und der Umstand, dass sie es tun, zeigt, Klimaschutz ist wichtig.

Wir haben also zu wenige Informationen, zum Thema Klimaschutz und erst recht zum Thema, was können wir tun, um Klimaschutz intelligent zu gestalten. Warum sagt unser Gehirn dann nicht einfach, diese Frage kann ich nicht beantworten, dafür fehlen mir die Informationen? Genau das tut es nicht. Kahnemans Forschung zeigt, dass es genau das nicht tut. Es löst das Problem, indem es eine schwere nicht zu beantwortende Frage, durch eine einfachere ersetzt. War die Frage vorher: Wie sieht die klimafreundliche Entscheidung aus, heißt die neue vielleicht: welche Entscheidung würde mir gefallen?

Die Forschungsergebnisse von Daniel Kahneman. und Amos Tverky machen deutlich, dass wir in allen Lebenslaugen Gefahr laufen systematischen Fehlurteilen aufzusitzen, weil unsere Informationsblase schlicht zu klein ist für rationale Entscheidungen. Wir verfügen also nicht nur objektiv über zu wenig geeignete Informationen, wir merken es u.U. noch nicht einmal. Eine Schlussfolgerung könnte also sein, wir brauchen belastbare, verständliche Informationen, um unseren Lebensstil klimafreunlich umzubauen. Und wir brauchen sie so, dass wir leicht darauf zugreifen können. Und wir brauchen wirksame Kontrollen, die uns auf Fehler, die wir selbst übersehen, aufmerksam machen.

Wir sollten sensibel dafür werden, ob die Informationen, die wir haben, verlässlich sind und ob wir sie richtig gewichten.

So mag der Fleischkonsum volkswirtschaftlich betrachtet ein wichtiger Faktor beim Klimaschutz sein, in Ihrer persönlichen Bilanz kann er jedoch sehr unwichtig sein, wenn Sie in anderen Bereichen viele Emissionen verursachen. Die Ernährung ist deshalb im DELUXE Paket, weil Sie mit dem Essen schlicht nicht annährend so viele Emissionen verursachen können, wie mit Ihrer Geldanlage oder ihrem Urlaubsverhalten. Deshalb finden Sie klimafreundlichen Anregungen zu diesen Themen im BASIC Paket.

Noch viel bemerkenswerten finde ich jedoch, dass Kahneman, der für seine umfangreiche Forschung einen Nobelpreis bekommen hat, am Ende seiner Forschungskarriere zu dem Ergebnis kommt, dass ihm sein Wissen bei seiner persönlichen Entscheidungsfindung nicht weiterhilft. Vielmehr macht er deutlich, dass wir viel besser darin sind, die Fehler der anderen zu erkennen, als unsere eigenen.

Was sollten wir daraus lernen?

Wir sollten uns selbst um Informationen zum Thema Klimaschutz kümmern und diese in unsere Entscheidungen, möglichst intelligent integrieren. Klimaschutz alleine kann Spaß machen, bringt aber nichts. Wir sollten uns schon deshalb zusammenschließen, Gruppen finden, die uns bei unserem Vorhaben, klimafreundlich leben, aktiv unterstützen. Mit uns die neuesten Erfahrungen diskutieren, uns bei der Entscheidungsfindung helfen, unseren Rat einholen und uns mit gutem Rat zur Seite stehen. So können wir uns gegenseitig weiterbringen. Das ist wie im Sportverein, gemeinsam läuft es.

Ein weiterer Aspekt, der für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Bestand spricht, ist, dass die Informationen darüber, was wir konkret tun können, in sehr private Entscheidungen eingreift. Wo verbringen Sie Ihren Urlaub, wo legen Sie Ihr Geld an, wie gut saniert ist Ihr Haus/Ihre Wohnung und welchen Stromanbieter haben Sie? Wer ist berechtigt Ihnen diese Fragen zu stellen? Und wer sollte das freiwillig tun? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die Menschen reißen sich nicht sich um solche Gespräche. Und doch ist es notwendig, wenn wir den Klimawandel intelligent in den Griff bekommen wollen.

Das Klimasofa bietet Ihnen konkrete Ansatzpunkte, wie Sie für sich und mit Ihren Freunden, Ihrer Familie, Ihrer Gemeinde, Ihrem Verein eine eigene Agenda schreiben können, damit das Thema Klimaschutz immer wieder ganz vorne bei Ihren Entscheidungen landet. Da wo das Thema hingehört. Und es bietet hoffentlich Ansatzpunkte, die Sie dabei unterstützt, wirklich wirkungsvolle Maßnahmen zu treffen.

20.04.2019

Wir leben in Kreisläufen, dass sollten wir uns klar machen!

Durch unsere Lebensweise, in der wir nur noch selten selbst herstellen was wir essen, sondern genießen, jederzeit alles günstig kaufen können, vergessen und verlernen wir, wie wichtig die Stoffkreisläufe um uns herum sind.

Und das hat seinen Preis. Denn wir vermischen sie sehr stark. Es gibt natürliche und künstliche bzw. technischen Kreisläufe. Und es wäre besser für uns, wenn wir diese strikter voneinander getrennt halten würden.

Bayreuther Forscher haben jetzt nachgewiesen, dass sich in unseren Böden bis zu 20-mal mehr Mikroplastik befindet als im Meer. Und sie haben festgestellt: Über die Nahrungskette kommt der Müll auch im menschlichen Körper an.

Es ist Zeit, dass wir uns Gedanken darüber machen, wie wir es schaffen, unsere Produkte in geschlossenen Kreisläufen zu führen. Auch das ist Klimaschutz. Beim climate couching würde ich das unter den Punkt Konsum packen.

Ich habe dafür auch keine schnelle Lösung, aber es macht mich wütend, wie sorglos wir unsere Lebensgrundlage zu Grunde richten. Das es Probleme gibt, wenn Lebensmittel verpackt in die Biogasanlagen kommen und danach einfach so auf Felder verteilt werden, ist klar. Deshalb ist es unfassbar, dass es bei uns offenbar erlaubt ist, dass dieser Materialmix zerkleinert einfach als Kompost auf unseren Feldern und damit in unserem Essen und unseren Körpern und der unserer Kinder landet. Ich kann nicht glauben, dass wir erst jetzt, da Menschen alleine bei einem Stuhlgang 200 Mikroplastikteile, bestehend aus Verpackungskunststoffen, ausscheiden, malwieder davon hören.

Und wer Lust hat, sich über Kreisläufe und intelligenten Konsum Gedanken zu machen, dem kann ich zwei zero waste Workshops anbieten:
• zero waste Kindergeburtstage
• zero waste Snacks.
Wenn sich eine Gruppe findet, suchen wir uns einen Raum und legen einfach los.

25.03.2019

Visionen von Frauen für nachhaltige Mobilität

Podiumsdiskussion mit dänischen und deutschen Expertinnen
28.03.2019 um 19 Uhr
Nordische Botschaften Dänemark, Felleshus